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Premiere | 11. Oktober 2008
einsame menschen

Drama von Gerhart Hauptmann

 

Taufe im Hause Vockerat. Johannes, der Kindes-Vater, arbeitet an seinem philosophischen Werk. Käthe, seine Frau, ist mit dem Neugeborenen und der Organisation des Familienlebens beschäftigt. Sie sind verheiratet – und doch einsam.
Die russische Studentin Anna Mahr, die eigentlich nur Johannes’ hochpolitischen Freund Braun im Hause anzutreffen hoffte, kommt zu Besuch. Zwischen ihr und Johannes entspinnt sich eine eigenartige Beziehung. Sie erkennen ineinander Geschwister im Denken - Johannes meint sich, mit und durch Anna, endlich zu finden. Die Studentin soll bleiben. Die Familie gerät darüber in helle Aufregung, Käthe fühlt sich zurückgesetzt. Johannes versteht die Aufregung nicht, er hält seine Beziehung zu Anna für eine rein geistige: „Können denn die Menschen absolut nicht einsehen, dass ein Zustand kein Verbrechen sein kann, in welchem beide Teile nur gewinnen, beide Teile besser geworden sind?“ Mutter Vockerat stellt ihren Sohn vor die Wahl: „Ich oder diese Person!“ Aber für Johannes und Anna stellt sich eine ganz andere Frage: Können sie überhaupt noch ohne einander weiterleben?
Gerhart Hauptmann gilt als der bedeutendste deutsche Vertreter des literarischen Naturalismus. Den Konflikt, den er in Einsame Menschen in den Mittelpunkt stellt, erlebte er in seiner eigenen Familie – als, von einem Tag auf den anderen, die Beziehung seines Bruders Carl zu einer hochintelligenten jungen Polin alles bisherige in Frage stellte.

Premiere: 11. Oktober

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