Queer Festival 06.-30.06.2026
Wild wächst, was keinen festen Ort braucht. Im Pride Month verlässt das Queer Festival das Schauspiel Dortmund und macht aus der Interimssituation eine programmatische Entscheidung.
Was bislang an einen Ort gebunden war, entfaltet sich nun als dezentrale, kollaborative Struktur im Stadtraum. Die WILD Edition begreift sich als Bewegung entlang bestehender – oft unsichtbarer – Verbindungslinien: zwischen Institution und Freier Szene, zwischen Kunst und queeren Communities. Queerness erscheint dabei nicht als Ort, sondern als Praxis der Aneignung und Umcodierung von Raum.
Es entstehen vielfältige Formate an der Schnittstelle von künstlerischer Praxis, Diskurs und urbaner Intervention – situativ, vernetzt, offen zugänglich.
In Kooperation mit der Schauburg, dem Literaturhaus, der TU Dortmund, dem BLENDHAUS* – sowie weiteren Partner*innen – wächst ein vielstimmiges Netzwerk quer durch die Stadt.
5 Jahre Dortmund Goes Black – feiern wir gemeinsam! Nach fünf Jahren ist das Festival ein fester Ort für Austausch, Sichtbarkeit und Empowerment geworden – ein Raum, in dem neue Perspektiven entstehen und Gemeinschaft lebendig wird. Unter dem Motto You, yourself, are the sun lassen wir uns vom senegalesischen Filmemacher Ousmane Sembène (1923–2007) inspirieren. Sein Credo „Moi je suis même ma soleil“ ist eine radikale Unabhängigkeitserklärung: Wir kreisen nicht um andere, wir warten nicht darauf, beleuchtet zu werden – wir sind unsere eigene Lichtquelle. Historisch kämpfte Sembène gegen den fremden Blick auf Afrika und machte das Kino zu einem Medium, in dem Schwarze Menschen ihre Geschichten selbst erzählen und Emanzipation sichtbar machen konnten.
Save the Date! 13.-15.02.2026
Dr. Natasha A. Kelly sagt, dass niemand als Feministin geboren wird, sondern zu einer wird. Feminismus ist also vielfältig. Die Feministischen Thementage möchten Raum geben für diese Vielfalt, die in ihren künstlerischen oder diskursiven Ausdruck sowohl kontrovers wie auch verbindend ausfallen kann. Lasst euch auf Uneindeutigkeiten ein.
Save the Date! 07.03.2026
Ausgabe #6
Der Monat Juni steht alljährlich im Zeichen der Pride, in genau dem Monat fanden die Stonewall Riots in NYC statt. Das Schauspiel Dortmund will queere Perspektiven der Stadt sichtbar und hörbar machen – an drei Tagen im Pride Month Juni – durch Panels, Gespräche, Workshops und Performances. Im Mittelpunkt dieses Festivals steht Queeres Denken, das geprägt ist von der Frage des Körpers und seiner (performativen) Präsenz auf der Bühne, im Raum und in der Stadt.
Das Schauspiel blickt erwartungsvoll auf seine zukünftige Heimat und ist bis dahin im öffentlichen Raum präsent und stellt dort Kontakt zum Publikum her. Mit Unboxing Schauspiel wird der Stadtraum im Juli 2026 künstlerisch aktiviert. Die Aktion versteht sich als eine Art kultureller Auftakt und sichtbares Zeichen im Stadtraum: Das Schauspiel zeigt sich, spricht mit Menschen, macht neugierig und schafft Begegnungen zwischen Ensemble, Stadtgesellschaft und Passant*innen. Die zentrale Metapher des Projekts ist das „Unboxing“ – das Auspacken. Das Schauspiel „packt sich aus“, zeigt erste Inhalte, Ideen und Begegnungen der nächsten Spielzeit und öffnet sich symbolisch für die Stadt.
Konfliktzone ist die Gesprächsreihe am Schauspiel Dortmund, die Wissenschaft, Kunst und Politik auf die Bühne holt – direkt in die hitzigen Fragen unserer Gegenwart: Wo endet meine Freiheit, wo beginnt deine? Wie frei sind Medien, Wissenschaft oder Kunst wirklich? Inmitten gesellschaftlicher Spannungen bietet dieses Format Raum für Reibung – offen, kontrovers und immer respektvoll. Hier treffen fundierte Positionen auf Neugier und Widerrede. Gäste wie Felix Lobrecht, Michel Friedman, Madita Oeming oder Alena Buyx haben gezeigt, wie vielschichtig diese Debatten sein können – und wie wichtig es ist, sie öffentlich zu führen.
Gesprächs-/Diskurs-Format mit wechselnden Gäst*innen
Seit dem 7. Oktober 2023 haben sich die öffentlichen Debatten in Deutschland spürbar verengt. Solidarität wird selektiver, Zugehörigkeit enger definiert, Positionierungen werden eingefordert. Diese Verschiebung betrifft feministische Räume in besonderer Weise – vor allem dort, wo Schwarze und jüdische Perspektiven sprechen. Stimmen, die Rassismus und Antisemitismus zugleich thematisieren, geraten unter Rechtfertigungsdruck, werden instrumentalisiert oder gegeneinander ausgespielt. Wer sich nicht eindeutig verorten lässt, riskiert Ausschluss.